Ukraine: Globale Ernährungssicherung jetzt genau im Blick behalten!

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Der Agrarsektor in der Ukraine und auch in Russland hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt und nimmt inzwischen eine bedeutende Rolle bei der weltweiten Ernährungsversorgung ein. Zu diesem Ergebnis kam am 16. März ein Fachgespräch der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag mit Prof. Alfons Balmann vom Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Transformationsländern (IAMO) in Halle (Saale) und weiteren Gästen aus der Agrarwirtschaft, zu dem ich eingeladen hatte.

Feszuhalten ist, dass die jüngsten Entwicklungen in der Ukraine für den Agrarbereich sehr deutlich aufzeigen , dass die Ernährungswirtschaft international stark vernetzt und voneinander abhängig ist. Die Ukraine und Russland sind bedeutende Lieferanten von Weizen, Mais und Sonnenblumen am Weltmarkt. Allein beim Weizen kommt ein Viertel des weltweiten Angebotes nur aus diesen beiden Ländern.

Es bestätigt sich wieder einmal, dass Menschen mit geringerem Einkommen überall auf der Welt von steigenden Nahrungsmittelpreisen ungleich stärker betroffen sind. Daher begrüße ich die Beschlüsse der G7-Agrarminister und die Maßnahmen der Bundesregierung zur Anpassung der aktuellen Lage ausdrücklich. Allein die Freigabe von ökologischen Vorrangflächen zur Futtergewinnung in Deutschland ist ein richtiger Schritt und längst keine Abkehr von anderen wichtigen Zielen.

Die aktuellen Entwicklungen verdeutlichen, dass wir auch in Zukunft für eine flächendeckende Landwirtschaft einstehen müssen. Wir müssen mit unseren eher ertragsschwachen Standorten in Brandenburg nicht den Weltmarkt versorgen. Wir können jedoch mit einer produktiven Landwirtschaft im Land Brandenburg einen Beitrag leisten, einen ohnehin nur knapp versorgten Weltmarkt nicht zusätzlich zu belasten.

Der Ausschuss für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz im Brandenburger Landtag wird sich am 4. Mai 2022 mit den Auswirkungen der Ukrainekrise auf die Agrar- und Ernährungswirtschaft detailliert befassen.