Meine Rede im Plenum: Regionale Potenziale nutzen

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In meiner Rede zum Antrag der Koalitionsfraktionen „Wertschöpfung in der Brandenburgischen Lebensmittelwirtschaft ausbauen“ habe ich heute betont:

Wir setzen heute den wichtigsten Impuls, den dieses Parlament in dieser Wahlperiode in Sachen Landwirtschaft setzen kann: Was uns derzeit fehlt, ist die breit aufgestellte Wertschöpfungskette zwischen Acker und Stall am Beginn der Kette und Teller, Messer und Gabel am Ende der Kette. Wir müssen uns der regionalen Potenziale besinnen. Produkte aus Brandenburg zusätzlich mit einem EU-notifizierten Regionalsiegel zu versehen, ist der Mercedes-Stern, der zusätzlich Vertrauen, Verbindlichkeit und Rechtssicherheit für den Begriff „Regionalität“ schaffen wird.

Drei Punkte sind für den Erfolg mitentscheidend:

1) Der Einsatz von Folien ist zukünftig einer sachlichen und angemessenen Bewertung zu unterziehen. Wenn sich junge Leute heute auf den Weg machen, um zum Beispiel Gemüse ökologisch zu erzeugen, dann werden wir in den nächsten Jahren noch einen deutlichen Zuwachs beim Einsatz von Folien, von Netzen und von Zelten sehen. Anders lässt sich der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gar nicht reduzieren, anders lässt sich der Wasserverbrauch gar nicht managen und anders lässt sich der Winderosion gar nicht vorbeugen.

2) Die Wertschöpfung der Landwirtschaft ist immer dort am höchsten, wo Nutztiere gehalten werden. Und genau hier fehlt es an den entscheidenden Kapazitäten: Inzwischen werden Rinder zur Schlachtung nach Mecklenburg-Vorpommern, nach Bayern und sogar bis nach Italien gefahren. Schweine werden in Größenordnungen nach Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen oder Schleswig-Holstein verbracht. Lediglich beim Geflügel verfügen wir noch über nennenswerte Kapazitäten. Das dürfen wir so nicht stehen länger stehen lassen. Mein Fazit: Solange Nutztiere im Land Brandenburg gehalten, gemästet, transportiert, betäubt und geschlachtet und verarbeitet werden, solange haben wir die Kontrolle über das Geschehen.

3) Landwirte sind Unternehmer in einem globalen Wettbewerb. Eine agrarische Urproduktion zu knallharten Weltmarktbedingungen kann und darf aber nicht das Ziel sein. Daher ist eine Flankierung im Rahmen der gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik mehr als legitim. In den nächsten drei Tagen verhandeln die Agrarminister der Länder final die Ausgestaltung der Europäischen Agrarpolitik innerhalb Deutschlands. Deshalb nutze ich dieses Plenum noch einmal, um für die einkommensstabilisierende Wirkung der 1. Säule EU-Agrarförderung zu werben. Ohne eine stabile Basisprämie wird es auch für die regionalen Produkte nicht weitergehen.

Ich appelliere abschließend daran, nicht den Anspruch zu verlieren, die mehr als 6 Millionen Menschen in der Region Berlin und Brandenburg ernähren zu wollen. Nicht zuletzt deswegen ist die regionale Wertschöpfungskette vom Erzeuger bis zum Verbraucher von elementarer Bedeutung.

Hier geht es zum Antrag der Koalitionsfraktionen und hier zum Videomitschnitt meiner Rede.