Gedenkstunde am einstigen KZ Börnicke

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Vor 88 Jahren wurde auf dem Gelände der ehemaligen Zementfabrik im Nauener Ortsteil Börnicke ein sogenanntes frühes Konzentrationslager durch die Nationalsozialisten eingerichtet.

15 Verhaftete aus Nauen wurden am 17. Mai 1933 zu den ersten Häftlingen des Lagers, es waren vor allem Kommunisten und Sozialdemokraten. Seit einigen Jahren engagiert sich Robert Pritzkow, stellvertretender Ortsvorsteher von Börnicke dafür, die vergessene Geschichte des Konzentrationslagers wieder auszugraben. In einer Arbeitsgruppe soll dessen Geschichte aufgearbeitet werden. Das Ziel ist zunächst eine Materialsammlung, eine wissenschaftliche Aufbereitung des Börnicker Lagers ist vorstellbar. Eine weitere Arbeitsgruppe arbeitet an der baulichen Verbesserung der Gedenkstätte, Kontakte zu Denkmalbehörde und Landesdenkmalamt wurden aufgenommen, eine Liste mit notwendigen Maßnahmen wurde erarbeitet. Ziel ist es, bis zum 90. Jahrestag der Eröffnung des Lagers 2023 den Zustand der Gedenkstelle deutlich verbessern zu können.

Mit einer kleinen Gedenkstunde haben wir heute den Opfern gedacht. Neben Bürgermeister Manuel Meger und dem ehemalige Chef der Brandenburger Staatskanzlei, Staatssekretär a. D. Martin Gorholt nahmen auch Bürgermeister Sebastian Busse aus Kremmen und Stadtverordnetenvorsteher Ralph Blum teil. In meinem Redebeitrag dankte ich Robert Pritzkow für sein außerordentliches Engagement für die Gedenkstätte. Seine Arbeit ist deshalb so wichtig, da wir am Beginn einer Epoche stehen, in der wir ohne Zeitzeugen an die kaum fassbaren Gräueltaten unserer Vorfahren werden erinnern müssen. Dazu werden viele große aber auch viele kleine Initiativen, wie die in Börnicke, eine Bedeutung erlangen.

In meiner Landtagsarbeit begegnet mir das Wort „Erinnerungskultur“ sehr häufig. Im Kern geht es immer um die Aufarbeitung und die Sichtbarmachung bedeutender Ereignisse der Geschichte. Und zu unserer Geschichte gehört nun einmal auch dieser Teil. Das besondere am sogenannten frühen KZ-Börnicke ist für mich, dass hier die Grundzüge dessen, was noch kommen sollte, schon erkennbar waren. „Wehret den Anfängen“ ist also mehr als eine umgangssprachliche Redewendung. Es sind  gewichtige Worte, die man nirgendwo besser verstehen kann als hier. Das alles darf nie in Vergessenheit geraten und deswegen hoffe ich sehr, dass sich das Engagement zum Erhalt des Denkmals hier in Börnicke eines Tages sichtbar in eine brandenburg- und deutschlandweite Erinnerungskultur einreihen wird!

Johannes Funke MdL mit Staatssekretär a. D. Martin Gorholt 

 

Staatssekretär a. D. Martin Gorholt

 

Ralph Blum (Vorsitzender Stadtverordnetenversammlung Nauen), Martin Gorholt (Staatssekretär a. D.), Manuel Meger (Bürgermeister Nauen), Sebastian Busse (Bürgermeister Kremmen), Robert Pritzkow (stv. Ortsvorsteher Börnicke) und Johannes Funke MdL

Gedenkstätte in Börnicke